Die Odyssee ist zu Ende

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Wer die Geschichte des American Bloudhounds MIMOSO noch nicht kennt, kann sie hier nachlesen:

Die Odyssee des American Bloudhounds von La Cogalera

Endlich ist Mimoso angekommen. Angekommen in seinem neuen Zuhause, in seinem neuen Leben. Becks heißt er jetzt und kann jetzt sein Hundeleben in vollen Massen genießen.

Vor Monaten sahen wir ihn zum ersten Mal in diesem vor Kot starrenden Jägerzwinger, mit traurigen Blick und niedergeschlagener Haltung. Das steinharte Brot, das wir ihm zuwarfen, verschlang er, ohne zu kauen. So ausgehungert war er. Und sind es noch seine Hundekollegen, die dort zurückblieben.

Wir wissen nicht wie es dazu kam, aber Jaume, der alte Herr mit den 120 Hunden, fand ihn im Wald und führte ihn kurzerhand auf seine Finca, wo er ihn versteckte und Clara und mich benachrichtigte.

Schleunigst setzten wir uns ins Auto und sausten los, um den Jägern, die den Hund sicher schon suchten, zuvorzukommen. Denn wir konnten uns nicht vorstellen, dass die übersehen haben, dass ihr teurer Zuchthund “American Bloodhound” fehlte.

Da uns die Pflegestelle im Stich ließ, mussten wir den gutmütigen Riesen in einer versteckt im Wald gelegenen Hundepension unterbringen. Ab da teilte unser “Dicker” sein Leben mit einigen Weimaranern, die Maria-José dort züchtet.

Währenddessen begann die Suche nach einem Zuhause für Mimoso. Es war nicht leicht, denn seine Größe ist recht beachtlich und nicht für eine Stadtwohnung geeignet. Es fanden sich Interessenten, die aber dann wieder absprangen. Eigentlich wollten wir ja, dass er in Spanien bleibt, aber nach ca. zwei, drei Wochen erkannten wir, dass dies unmöglich war.

Hier wollte niemand Hunde und schon gar nicht so einen Riesen. Wir blickten hoffnungsvoll nach Deutschland, Schweiz und Österreich. Jaaaaa, tatsächlich. Es kamen Anfragen herein. Mehrere auf einmal. Zum Schluss hatten wir zwei Familien, die sich um Mimoso bemühten. Eine bei Hamburg, die andere bei Köln.

Die Wahl fiel uns schwer. Bei beiden könnte Mimoso ein artgerechtes Hundeleben führen. In beiden Familien gab es schon Hunde, d.h. es war Hundeverstand vorhanden.

Wir entschieden uns dann für die Familie bei Köln und sagten schweren Herzens der in Hamburg ab. (Von hier aus ein herzliches Dankeschön und einen Gruß von Clara und mir)

Unterdessen hatten wir Mimoso schon kastriert, geschippt, geimpft und auf die typischen Mittelmeerkrankheiten getestet. Dennoch, die Quarantäne für Tollwut beträgt mindestens 21 Tage und so lange musste gewartet werden. Währenddessen stiegen die Kosten für die Pension. Clara und mir wurde schon angst und bang.

Und dann die Frage: Wie sollte Mimoso nach Deutschland kommen? Eine Reise in einem Transporter wollten Clara und ich nicht. Zu viele Stunden in einer Box. Flugzeug wäre das Beste.

Es wurde nach Flügen geschaut. Naja, recht teuer diese Angelegenheit, aber wenigstens schnell. Schneller als auf der Autobahn.

Nach einigem Hin und Her wurde dann ein Flug für den 31.05.2009 gebucht. Uns fehlte aber noch eine Transportbox. Trotz langem Suchen fand ich keine, in die unser Riese gepasst hätte. Die europäischen Vorschriften für Tiertransporte sind sehr streng und wenn die Box nicht den erforderlichen Massen für das jeweilige Tier entspricht, dann kann man gleich wieder nach Hause fahren.

So musste die grösste Box, die es auf dem Markt gibt, für den Dicken bestellt werden. 259 €. Clara und ich schluckten schwer. Du lieber Himmel!!!!!! Das fängt ja gut an. Dann muss ja auch noch die Pension, die sich am 30.05.2009 schon auf 440 € belief, bezahlt werden.

Den Flug teilten sich zum Glück die neue Familie und eine liebe Freundin aus Marbella.

Inzwischen hatten wir auch regen Mailwechsel mit der Familie, bzw. mit Jaennine, der Dame des Hauses. Wir freundeten uns schnell an und Clara und ich wurden immer sicherer, den besten Platz für unseren großen Schmuser gewählt zu haben.

Wir konnten es gar nicht fassen, als Jeannine uns ein Foto ihres Hauses schickte. Clara und ich waren versucht, bei ihr anzufragen, ob sie uns beide nicht auch gleich noch mit adoptieren möchte. Ein 1.100 m2 großer Garten (mit Teich), dazu noch zwei Hunde, Bailey und Tequila, die Mimoso als Spielgefährten hätte.

Am Samstag vor dem Abflug brachte uns Maria-Jose unseren Mimoso, der dann die letzten Stunden in Spanien in der Tierklinik verbringen musste. Währenddessen bauten drei Tierärztinnen die riesige Transportbox auf. Die Tür klemmte, schloss nicht richtig. Na, das konnte ja heiter werden.

Nach meiner nächtlichen Katzenrunde fuhr ich direkt zur Tierklinik wo Clara schon auf mich wartete. Wir hievten die leere Box ins Auto und danach unseren Dicken. Denn freiwillig stieg er nicht ein. 50 kg Lebendgewicht, das nicht ins Auto will!!!!!

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