Bericht einer Demonstrantin

Man kann fast sagen, dass mehr Polizei da war als Demonstranten.

Es begann zu regnen und alle hofften wir, dass der Stierkampf abgesagt werden würde. Aber leider nein.

Wenn Du gesehen hättest, wie viele Leute in diese Arena strömten. Ich konnte es kaum glauben. Ein Meer von Menschen.

Ich bin ein paarmal in Tränen ausgebrochen, vor Hilflosigkeit, von Ohnmacht, vor Wut. Ich ging um die Stierkampfarena herum, an einem bestimmten Punkt, roch es sehr stark nach Stier. Da müssen sie drin sein. Und ich hier draussen und kann ihnen nicht helfen. Wie elend ich mich gefühlt habe. Ich hatte die Augen voller Tränen.

Immer mehr Leute strömten heraus, einige warteten auch auf den „maestro“, andere gingen.

Sie blickten mit Erstaunen auf die Demonstranten auf der anderen Strassenseite. Mit einem überheblichen Grinsen und Kopfschütteln gingen sie davon. Eine Frau sagte zu einer anderen. „Aber an einem Sonntagnachmittag haben die nichts anderes zu tun, als sich da hinzustellen und herumzuschreien?

Andere erzählten sich gegenseitig von den zwei Ohren, die der „maestro“ sich verdient hatte.

Das Publikum bestand aus jungen, ganz normalen Leuten, andere wiederum in die spanische Nationalflagge gehüllt, andere sahen aus wie Jungunternehmer, mit Hemden von Ralph Lauren und Hitlergruss, Damen der High Society mit dem Cordobés (typischer spanischer Hut), viele sahen aus wie Rechtsanwälte, Ärzte etc.

Wo sind nur all die Leute, die gegen die Tauromaquia sind? Barcelona hat Millionen von Einwohnern…. wo sind die, wenn es darum geht, diesen Schandfleck auszumerzen?.

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