Die Gefühle der Tiere, die psychische Belastung ihrer Retter

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Tiere haben Gefühle, empfinden Freude, Trauer, Schmerz und Angst. Das Schlimmste Gefühl für ein Tier ist das Ausgeliefertsein, es weiß nicht was passieren kann, was passieren wird, es empfindet Todesangst. So wie dieser Hund der in diesem bedauernswerten Zustand in einer Perrera landete. Durchnässt, verfroren, erschöpft, eingefangen von städtischen Hundefängern die nicht gerade zimperlich mit den Tieren umgehen. Die Angst steht der Hündin im Gesicht geschrieben.

Inzwischen ist das Tier in in einer spanischen Pflegefamilie. Es handelt sich um eine recht alte Hündin und man wird sie nun erst einmal auf diverse Krankheiten untersuchen.

Es gibt keine offiziellen Zahlen über die Anzahl der städtischen Tötungsanstalten in Spanien, fast jede Stadt und jede größere Gemeinde hat eine Perrera, viele arbeiten nicht mit Tierschützern zusammen, oder aber hablherzig, indem sie ihnen keinen freien Zutritt gewehren und ihnen nur einige wenige der vielen Tiere zwecks Fototermin präsentieren. Oder aber die Tierschützer fotografieren heimlich, um zumindest einigen Hunden und Katzen die Change auf eine Adoption zu ermöglichen. Es ist immer ein Wettlauf gegen die Zeit, von Provinz zu Provinz unterscheiden sich die Fristen bis zum Tötungstermin. Viele Helfer haben Angst, wenn sie die oft unhaltbaren Zustände solch einer Einrichtung öffentlich anprangern, nicht mehr hineingelassen zu werden.

Egal ob die Tierschützer versuchen einige zum Sterben verurteilte Tiere zu retten oder aber in einem Tierheim arbeiten, oder aber privat tätig sind,  weil sie dem Elend nicht mehr tatenlos zusehen wollen, es ist für sie alle die dort vor Ort helfen, eine enorme psychische Belastung. Misshandlungsfälle, Tod, Frust, Enttäuschung und Erfolgserlebnisse, ein auf und ab der Gefühle belastet diese Menschen, die oft bis zur Erschöpfung arbeiten.

Eine dramatische Beschreibung jener Wirklichkeit, in der viele Menschen leben, die in Tierheimen arbeiten oder ausgesetzte Hunde retten,  ist diese Erzählung.

Der Text wurde von Joan Fremo verfasst, der inzwischen verstorbenen Gründerin von “Pyrangels”, ein Netz zur Aufnahme von ausgesetzten und misshandelten Hunden in Spanien.

Ihr Lebenswerk diente vielen in ihrem Land der Hilfe und Inspiration.

Ich will nicht mehr!

Ich bin nicht gesund; da sind Tage, an denen ich mich so schlecht fühle, dass ich mich am liebsten überhaupt nicht rühren würde. Meine Telefonrechnungen gehen in’s Astronomische. Für das Geld, das ich in den letzten drei Jahren für Tiere ausgegeben habe, die mir nicht gehören, hätte ich mir einen neuen Transporter kaufen können.

Ich will nicht mehr!

Ich versende stundenlang E-Mails über Hunde. Wenn ich mit der Arbeit beginne, sind 500 Mails im Eingang. Um vier Uhr morgens, wenn ich den Computer abstelle, sind immer noch 500 Mails da, die ich lesen muss.

Ich will nicht mehr!

Lieber Gott, ich habe nicht einmal die Zeit, meinen Freunden eine Mail zu schicken. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Buch gelesen habe. Ich sehe nicht mehr die von mir abonnierte Lokalzeitung durch. Früher fand ich es lustig, sie von vorn bis hinten durchzulesen. Jetzt landet sie meistens ungelesen im Käfig des Eichhörnchens.

Ich will nicht mehr!

Ich habe Tage damit verbracht, E-Mails in die halbe Welt zu schicken, um ein Zuhause für Hunde zu finden; um Hilfe für einen Hund zu finden, der im Heim verkümmerte und dessen Tage gezählt waren.

Und dann hat man ihn eingeschläfert, um einer anderen Seele in Not Platz zu machen.

Ich will nicht mehr!

Ich versichere euch, dass ich nur vom Computer aufstehe, um mir die Füße zu vertreten und mit den Hunden hinauszugehen, und wenn ich wieder hereinkomme finde ich schon wieder einen Hund, der verzweifelt Hilfe benötigt. Manchmal werde ich fast verrückt, wenn ich meine E-Mails sehe. Wie soll ich die Mittel und Hilfe auftreiben, um einen weiteren Hund zu retten?

Ich will nicht mehr!

Ich rette einen Hund, und zwei weitere nehmen seinen Platz ein. Einmal, weil der Besitzer den Hund nicht mehr will, nur weil er nicht innerhalb des nicht eingezäunten Gartens bleibt. Ein Rüde streicht dort herum. Eine Hündin wurde von einem Streuner gedeckt. Ein drei Monate alter Welpe hat ein paar Küken umgebracht. Jemand zieht um und muss den Hund bei uns lassen. Meine Freunde, ich frage euch: welche kleine oder große Stadt erlaubt nicht, Haustiere zu haben?

Ich will nicht mehr!

Gerade habe ich wieder ein Foto von einem Seelchen erhalten, das nur aus Augen voller Qual und Folter in einem unterernährten Körper besteht. In meinen Träumen höre ich Wimmern, ich habe tagelang Alpträume.

Ich will nicht mehr!

Viele Hundezüchter wollen anscheinend nichts von uns wissen. Die Züchter merken nicht, oder wollen einfach nicht sehen, oder es ist ihnen egal, dass viele ihrer Rassehunde in unseren Heimen sterben.

Ich will nicht mehr!

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