Sanfermines, das Spiel mit dem Tod

Die heutige und letzte Stierhatz diesen Jahres ist schnell, aber nicht unblutig zuende gegangen. Einer der Stiere stürzte in die Menschenmenge.

Auch mehrere Läufer kamen zu Fall und wurden von den Stieren verletzt, vier Läufer wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert, zwei von ihnen erlitten schwere aber nicht lebensbedrohliche Verletzungen.

Die Fiestas von San Fermín 2009 enden heute Abend auf der Plaza Consistorial vor dem Rathaus, wo die Menge mit Kerzen in der Hand wie jedes Jahr das „Pobre de Mí“ singen wird.

Ach ich Armer, ach ich Armer, das Fest von San Fermin ist vorbei!

Endlich ist der Nevenkitzel auf Kosten unschuldiger Tiere vorbei, offensichtlich ist man in Spanien nicht in der Lage ohne Blutvergießen zu feiern, bzw. mannhafte Tapferkeit zur Schau zu stellen.

Die Verletzten lassen sich als Helden feiern, die Familie des am vergangenem Freitag zu Tode gekomenen Läufers Daniel Jimeno Romero, hat sogar den Wunsch geäußert eine Straße nach ihrem verlorenen Sohn zu benennen, man hält fest an der Tradition, auch der Vater war ein begeisterter „mozo“.

Yolanda Barcina, nun schon seit zehn Jahren Bürgermeisterin von Pamplona, verteidigt die Stierhatz vollen Herzens, auch sie spricht von Mut, Leidenschaft und Tradition, das Risiko sei einkalkuliert.

Sanfermines für Lebensmüde wird auch trotz zahlreicher internationaler Proteste nicht so bald der Vergangenheit angehören, sicherlich spielt der wirtschaftliche Faktor eine große Rolle, immerhin lassen ca.1 Millionen Touristen aus aller Welt in Pamplona die Kassen gewaltig klingeln.

Die offizielle Webseite der Sanfermines www.sanfermines.com, spricht für sich, die Vermarktung des Spektakels ist professionell, anhand von Videos und Fotos wird alles in Wort und Bild bis ins kleinste Detaill ausgeschlachtet, auch der Tod des jungen Mannes, nur den Stieren die nach der Hatz abends in der Arena zu Tode gequält werden, widmen man kleine Beiträge am Rande.

Die Tauromachie ist ein knallhartes Geschäft, die Branche sichert 70 000 Arbeitsplätze und der Jahresumsatz beläuft sich auf schätzungsweise 1,5 Milliarden.

Siehe auch:

Der letzte „Kick“

Sanfermines, Tourismus für Lebensmüde

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