Stierkampf als UNESCO-Weltkulturerbe NEIN DANKE

Der Stierkampf als IMMATERIELLES KULTURERBE der UNESCO? Das ist kein Hirngespinst! Die Stierkampflobby versucht mit aller Macht, den Stierkampf unter den Schutz der UNESCO zu stellen. Damit wird der Stiermord in den Arenen verewigt und ihn abzuschaffen, als Verstoß gegen völkerrechtliche Verträge betrachtet.

Mit diesem Dossier berichten wir laufend über Fakten und die Entwicklung dieser Affäre, die zu größter Sorge veranlasst. Wir bitten Sie, diese Informationen weiterzuleiten, um zu verhindern, dass die blutige KULTURSCHANDE des Stierkampfs von der UNESCO zum WELTKULTURERBE geadelt wird.

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Stierkampf als Immaterielles Weltkulturerbe?

STIERKAMPFLOBBY KURZ VOR DEM ZIEL

03.08.2009

Schon seit mehreren Jahren arbeitet die Stierkampflobby an dem Ziel, den Stierkampf als Immaterielles Weltkulturerbe unter den Schutz der UNESCO stellen zu lassen. “Proyecto Tauromaquia de la UNESCO”, so nennen sie das Projekt, mit dem sie für eine der entsetzlichsten Tierquälereien das Gütesiegel der UNESCO erschleichen wollen, um dann ungehindert und für ewig in den Stierkampfarenen weiterhin Stiere zu Tode quälen zu können. Fieberhaft arbeiten die Stierkampforganisationen aus der ganzen Welt an diesem unheilvollen Projekt und sind kurz davor, bei der UNESCO den Antrag für die Aufnahme in die Liste der schützenswerten immateriellen Kulturgüter zu stellen.

Die Stimmen, die sich gegen die Barbarei in den Stierkampfarenen wenden, werden lauter und zahlreicher. Immer mehr Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – darunter der Dalai Lama – verlangen, die Stierquälerei abzuschaffen. Weltweit haben sich 80 Städte gegen den Stierkampf und das grausame Spektakel in ihren Mauern als unerwünscht erklärt. Die katalonische Hauptstadt Barcelona ist eine von ihnen. In Katalonien wird bald das regionale Parlament über das Verbot des Stierkampfs entscheiden, nachdem 180.169 Bürgerinnen und Bürger in einem offiziellen Referendum das Parlament dazu aufgefordert haben.

Verständlich, dass im Stierkampfmilieu Panik ausbricht. Die Stierquäler fürchten vor allem, dass die mit dem Stierkampf verbundenen Einnahmequellen, einschließlich staatlicher Subventionen, versiegen könnten. Denn die Tauromachie, wie sie verharmlosend ihre schreckliche Leidenschaft nennen, ist ein knallhartes Geschäft. Allein in Spanien beläuft sich der Jahresumsatz der Schreckensbranche auf schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro und etwa 70.000 Arbeitsplätze sind von dem blutigen Spektakel abhängig.

Die Stierkampflobby hat sich in einer internationalen Organisation, der Asociacion Internacional de Tauromaquia (AIT) , weltweit zusammengeschlossen: Spanien, Frankreich, Portugal, Mexiko, Kolumbien, Peru, Venezuela und Ecuador arbeiten gemeinsam an der Verwirklichung des UNESCO-Projekt. Erst kürzlich, bei einem internationalen Treffen am 6. Juni in Madrid, sagte der mächtige spanische Stierkampf-Dachverband Mesa del Toro ebenfalls seine uneingeschränkte Unterstützung zu. Dieser Lobbyverband ist so einflussreich, dass ihm im Juli 2008 gestattet wurde, im Europäischen Parlament für die Kulturschande des Stierkampfs bei den Abgeordneten zu werben. Dieser unverfrorenen Propaganda wurde mit einer Gegenveranstaltung von Stierkampfgegnern mit internationaler Beteiligung vor dem Parlament begegnet.

Leise und stetig, von vielen kaum bemerkt, nähert sich die Stierkampflobby ihrem Ziel. Mit ihrem unheimlichen Einfluss und ihren politischen Beziehungen schufen sie ein Netzwerk, mit dem sie ihr Ziel verwirklichen wollen. Sie feiern sich schon als Gewinner und treten dementsprechend zuversichtlich in der Öffentlichkeit auf. Auch Venezuela Taurina gibt sich sehr optimistisch und geht davon aus, dass die Stierkampfkultur von der UNESCO in Paris anerkannt wird.

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