Gerechtigkeit für Simone und Isabel S., Demonstration am 19. Februar 2011 in Cádiz

Simone Righi wurde während seiner Verhaftung blutig geschlagen und war 2 lange Monate wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt inhaftiert, die spanische Demonstrantin wurde gegen eine skandalös hohe Kaution freigelassen. Offensichtlich wollte man das Augenmerk auf die vermeintlich militanten Tierschützer richten und von den eigentlichen schrecklichen Ereignissen ablenken.

Doch damit war diese unglaubliche Geschichte noch lange nicht beendet. Auch wenn das Vernichtungslager„El Refugio“ geschlossen wurde, verurteilt wegen Misshandlung von Tieren wurden nur die zwei in der Perrera tätigen Tierärzte, aber nicht der Besitzer Plácido Gómez Muñoz und die Direktorin Manuela Andrade, weil angeblich nicht genügend Beweise vorlagen, um auch ihnen Schuld zuzuschreiben, da sie nicht verpflichtet waren, volle Kenntnis von der Wirkung von MIOFLEX zu haben. Die wirklichen Verantwortlichen für die schrecklichen Geschehnisse in der Perrera von Puerto Real, die vermutlich den Tod von Tausenden von Hunden und Katzen zu verantworten haben, befinden sich nach wie vor auf freiem Fuß.

Die Betroffenen sind am Boden zerstört und kraftlos, der Rechtsanwalt der Simone Righi wirklich gut im Prozess verteidigt hat ist fassungslos. Weder das Video, welches ganz klar zeigt, dass Simone Righi unschuldig ist, noch die Aussage von Zeugen die Simones Unschuld bestätigen wurden berücksichtigt. Das Gericht hält es für erwiesen, dass Righi „eine aggressive Haltung gezeigt“ und die Bürgermeisterin beschimpft hat, aber es gibt keinen einzigen wirklichen Beweis, der die Anschuldigungen bestätigt.

Wir haben Gerechtigkeit gefordert, für Simone, für seine Hunde und die Tiere die zu Tausenden einen qualvollen Tod in der Perrera von Puerto Real erlitten haben. Bekommen haben wir von der spanischen Justiz ein skandalöses Urteil, aufgebaut auf einem wackeligen Lügengerüst. Nicht wirklich verwunderlich, denn Justiz-Willkür, Korruption und Vetternwirtschaft sind in Spanien dermaßen üblich, dass sogar internationale Anwaltskanzleien sich um die Opfer von Justiz-Willkür, Rechtsbeugungen durch Anwälte, Richter und Staatsbediensteten bemühen.

Sie werden nicht aufgeben, genauso wenig wie wir nicht aufhören werden, diesen Skandal schonunglos an die Öffentlichkeit zu bringen und die Veruteilten zu unterstützen. Wir bleiben bei der Wahrheit und die Wahrheit wird ans Tageslicht kommen. Der Rechtsanwalt von Simone Righi wird vor dem Obersten Gerichtshof in Madrid in Berufung gehen, wenn nötig bis zum Europäischen Gerichtshof.

Die ist nicht nur die tragische Geschichte von der Misshandlung von Tieren, sondern auch ein Coktail von Autoritätenmissbrauch und Bonzentum und die Geschichte von Menschen die sich für die Rechte der Tiere einsetzen und mit deren Leben man „spielt“! In Spaniens Regierung und Gerichten regieren immer noch Diktatur und Fachismus, man fühlt sich versetzt in ein Land der dritten Welt. Bürger, die Gerechtigkeit fordern werden eingeschüchtert, sollen durch Abschreckung vielleicht zukünftige Demonstrationen für Tierrechte verhindert werden? Es hätte jeden von uns treffen können.

Martina Szyszka

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