Massenklage gegen den „Toro de la Vega“

Die Nachricht „Spanische und europäische Vereinigungen bitten internationale Instanzen, für die „Humanisierung“ von Toro de la Vega einzutreten“, die am 7. Juli von zahlreichen Zeitungen veröffentlicht wurde, dürfte für große Unruhe unter den Anhängern eines der grausamsten Stierspektakel Spaniens sorgen.

Die Rechtsanwaltskanzlei IFS Abogados hat auf Antrag einer Gruppe von spanischen und europäischen Vereinigungen sowie zahlreichen Einzelpersonen bei der UNESCO und dem Europäischen Parlament drei Schriftsätze mit dem Ziel eingereicht, ein Projekt zur „Humanisierung“ des Toro de la Vega zu erarbeiten. Die Schriftsätze beantragen nicht die Abschaffung des Festes, sondern eine Humanisierung desselben.

Zunächst wurde ein mehr als 200 Seiten starker Schriftsatz beim Sitz der UNESCO in Paris eingereicht, genauer gesagt bei der Abteilung für Menschenrechte, Menschliche Sicherheit und Philosophie. Mit diesem soll – mit der Unterstützung dieses zur UNO gehörenden Organismus – ein Projekt erarbeitet werden, das „dabei hilft, die Art der Begehung dieses Festes zu humanisieren“.

Der zweite Schriftsatz wurde der spanischen Nationalen UNESCO-Kommission in Madrid vorgelegt. Er beantragt dasselbe Projekt und fordert die notwendige Unterstützung einer Änderung der Art, wie dieses Fest begangen wird.

Der dritte und letzte Schriftsatz war an den Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments mit Sitz und Brüssel gerichtet. In ihm wird um die Anberaumung einer Versammlung zur Untersuchung der Frage gebeten, wie das Fest humanisiert werden kann.

Diese Vorgehensweise wurde gewählt, weil die Art und Weise, wie der Stier gehetzt und getötet wird, der Ablauf des Spektakels Tor de la Vega, „dem wahren Geist dieses Festes nicht gerecht wird“.

Dieses blutrünstige Stierspektakel wurde im Jahre 1980 als touristisch wertvoll anerkannt und 1999 von der Regierung Kastilliens als traditionelles Stierfest eingestuft.

Eine Klage auf ein Verbot, hätte wenig Aussicht auf Erfolg, aber eine „Humanisierung“, ein Stierspektakel ohne Blut, wäre schnell uninteressant und es wäre nur eine Frage der Zeit, dass das Interesse an diesem Stierspektakel gleich Null ist.

So kompliziert und schwierig es ist, gegen diese Tradition vorzugehen, es ist nicht unmöglich, wir dürfen die Hoffnung nicht aufgegen und werden weiter dafür kämpfen.

Wer unsere Massenklage und das Rechtsanwaltsbüro finanziell bei Aufgabe unterstützen möchte, kann sich selbstverständlich mit der Kanzlei IFS Abogados in Verbindung setzen.

Nur 6 Stunden nachdem die Presseerklärung herausgegeben wurde, erschienen die ersten Nachrichten, merh als 20 Zeitungen (Printausgaben) und mehr als 30 online-Zeitungen haben berichtet, ein wirklicher Erfolg. Das Stierspektakel stößt auf in ganz Spanien auf große Ablehnung, selbst Stierkampfanhänger äußern Kritik an diesem förmlichen abschlachten eines Stieres mit Lanzen und haben sich so schon unbeliebt in Tordesillas gemacht. Auch viele Bürger dieser Stadt sind gegen das Fest Toro de la Vega, viele Teilnehmer kommen aus den umliegenden Gemeinden. Tordesillas liegt in der Provinz Valladolid, in der spanischen autonomen Gemeinschaft Kastilien-León.

Jedes Jahr, am zweiten Dienstag im September findet das unglaublich grausame Fest “Toro de la Vega” (Stier der Flußaue) in Tordesillas statt. Ein Stier wird von hunderten von blutrünstigen Männern gehetzt, in die Enge getrieben und per Lanzenstich getötet. Derjenige der letztendlich den Stier erlegt, darf ihm den Schwanz abschneiden und die Trophäe auf seine Lanzenspitze stecken.

Schafft der Stier es an einem bestimmten, festgelegten Punkt zu kommen, kann er begnadigt werden, angeblich konnten sich schon einige wenige Stiere retten, doch diese starben trotzdem an den schrecklichen Wunden die man ihnen während der Hetzjagd zugefügt hat.

Toro de la Vega 2009

Toro de la Vega 2010

Toro de la Vega 2010. Tordesillas from PACMA TV on Vimeo.

Siehe auch:

Toro de la Vega, eine fragwürdige Tradition

Toro de la Vega, eine nationale Schande

TORO DE LA VEGA / Blut, Folter und Tod in Tordesillas

Moscatel, der Bote unserer eigenen Zerstörung

Page 1 of 2 | Next page